1. Spieltag MG 1:0 1.FC Köln

22.08.2017

Sommerpause vorbei, um einige weitere Stadionverbote geschwächt, aber langsam zumindest wieder nüchtern von der ganzen Feierei über den Europapokal-Einzug. Ende Juni kam der Spielplan für die kommende Saison raus und siehe da, der erste Spieltag führt uns nach Mönchengladbach. Die einen freuten sich, die anderen mussten sich damit abfinden. 

Die Derbyvorwochen verliefen genauso unspektakulär wie das Derby Wochenende. Am Spieltag traf man sich zur Mittagszeit und wählte wie üblich eine Anreise per Zug. Eine Stunde vor Anpfiff am Gästekäfig eingetroffen, trotz Bannervebot alles reinbekommen, den Block beflaggt und den Anpfiff erwartet. Zum Anpfiff gab es dann ein Spruchband zum Thema "Fick Dich DFB" (siehe Stellungnahme weiter unten). Dies blieb leider dann auch das einzige Erwähnenswerte, denn was unsere Männer auf dem Platz geliefert haben, war eines Derbys nicht würdig. 

So folgte in der 2. Halbzeit, was kommen musste, die Ponys traffen zum 1:0 und damit zum späteren Endstand. Unsere Spieler bauten sich zwar noch mal auf, aber dabei blieb es dann auch. Die Stimmung während des Spiels war zudem auch nicht wirklich derbywürdig, positiv sticht da nur der Wechselgesang hinaus, den man als Highlight des Spiels nehmen muss. Allerdings waren unsere Gegner auf der Nord akustisch noch schlechter unterwegs und selbst nach dem 1:0 nicht wahrzunehmen. 

Nach dem Spiel ging es mit dem Entlaster wieder zurück nach Köln und man begrüßte seine leider wieder viel zu vielen Stadt- und Stadionverbotler. Am Freitag erwartet uns nicht nur unser nächstes Heimspiel gegen den Hamburger SV, sondern auch endlich die Auslosung für die Gruppenphase der Europa League. 


Stellungnahme 1.Spieltag

20.08.2017

Woche für Woche und das schon seit Jahren...

...tun wir uns nun dieses Spielchen an. War ja nie wirklich einfach. Aber was sollen wir machen? Es ist nun mal, so pathetisch es klingt, unser Leben. Aber dieses Leben wird immer mühseliger. Als wir 12:12 auf Straßen und Rängen protestierten, war schon klar, dass die Birne noch lange nicht geschält ist. Das Sicherheitspapier wurde nicht nur von den Vereinen beschlossen, es wurde sogar einige Zeit später, durch einen "9-Punkteplan" erweitert. Wir haben es geschluckt. Wir wollten ja weiter zum Fußball, zu unserem Verein, unsere Sucht weiter bedienen. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem der Jupp einfach Ende macht!

Es war bis dato ein schleichender Prozess. Mal hier eine Ausnahme von der 50+1 Regel, mal dort ein neues Montagsspiel eingeführt... Doch dieser schleichende Prozess hat in den letzten Monaten derartig an Tempo zugelegt, dass es wohl keiner mehr bestreiten kann: Die Führung des DFB hat jeglichen Bezug zur Basis, zu den Fans, vielen Vereinen und offenbar auch zur Realität verloren. Dass wir Ultras noch nie ein enges Verhältnis zu den Anzugträgern hatten, ist sicher kein Geheimnis. Aber Entwicklungen, wie eine Chinesische U20 in der Regionalliga Südwest, ein Pokalfinale, welches eher einem Superbowl ähnelt, das inflationäre Verhängen von irgendwelchen willkürlichen Phantasie-Strafen, völlig offensichtliche Korruption, mindestens im Falle der WM 2006, Einführung eines ungerechten Relegationssystems... Die Liste ist lang und zeigt uns wohin der Weg geht, nämlich dass der Verband auf die Fans scheißt, um lieber irgendwelche "Märkte" in Fernost zu erschließen. Der Fußball als Ware, der verkauft wird von denjenigen, die ihn eigentlich beschützen sollen.

Bereits Ende letzter Saison, gab es aus den Fanszenen Reaktionen. Seien es eine "Krieg dem DFB"-Mottotour der Dresdner in Karlsruhe oder Scheiß-DFB-Wechselgesänge zwischen Dortmundern und Frankfurtern beim Pokalfinale, die für ein großes mediales Echo sorgten. Aufgrund der genannten Entwicklungen schlossen sich in der Sommerpause Vertreter nahezu aller Ultrasgruppen des Landes zusammen und stellten Ende Juli den DFB in Form von Vizepräsident Rainer Koch und Sicherheitsbeauftragtem Hendrik Große Lefert bei einem Treffen in Dresden zur Rede. Dabei wurde im übrigen niemand bedroht oder beleidigt. Es wurde jedoch klar der eigene Standpunkt verdeutlicht und flächendeckender Gegenwind angekündigt.

Und dann plötzlich: Die Empfehlung des DFB an sein eigenes Sportgericht, Kollektivstrafen bis auf weiteres auszusetzen. Ja ist denn heut' scho' Weihnachten? Jahrelang sitzen wir mit Verbandsvertretern in verschiedenen Formen am Tisch, bringen sachliche Argumente für den Stopp von Zerstückelung der Spieltage und Anstoßzeiten vor, listen auf warum ein intransparentes Sportgericht als Paralleljustiz nicht akzeptiert werden kann, debattieren über Stehplätze, 50+1 und den ganzen anderen Scheiß. Dann haut man einmal auf den Tisch und es gibt ein Dialogangebot auf dem Silbertablett.

Aber der DFB weiß ganz genau, was wir von ihm halten. Etwa, dass wir seinen Worten keinen Glauben mehr schenken können. Genau mit diesem Kalkül brachten die Herrschaften vor ein paar Tagen ihr Angebot an die Öffentlichkeit. Nicht umsonst sitzen dort ehemalige Berufspolitiker am Ruder. Cleverer Schachzug, vermutlich auch in Vorkenntnis der geplanten Aktionen an diesem Wochenende, aber unterm Strich nichts mehr als der Versuch, mit einem verschimmelten Knochen ein Rudel Straßenköter ruhig zu stellen und die Proteste ins Leere laufen zu lassen, bevor sie richtig angefangen haben. Jetzt soll sich natürlich Karl Arsch fragen, warum wir die "ausgestreckte Hand des Dialogs" nicht annehmen möchten.

Hierzu verweisen wir sehr gerne auf die Stellungnahme von Pro Fans. 10 Jahre lang gab es über verschiedene Fanvertretungen Dialoge und Treffen mit dem DFB. 10 Jahre lang hat sich nichts zum positiven verändert, so dass Organisationen wie eben Pro Fans im letzten Jahr aus den Treffen ausstiegen. Diese "Dialogangebote" dienen nichts anderem, als die Fans so gut wie möglich ruhig zu halten und zu suggerieren, sie könnten über die "offiziellen Kanäle" etwas bewirken und mitreden. Man versucht sie einzufangen und zum Teil des Systems zu machen.

Aber Gespräche ergeben für uns nur dann Sinn, wenn sie Ergebnisse herbeiführen. Wir könne noch solange an runden Tischen unsere Zeit verschwenden, Protokolle tippen und so tun als wenn wir einen schon längst abgefahrenen Zug verlangsamen oder gar stoppen könnten. Dafür muss nicht weniger passieren, als dass sich der DFB selbst verändert. Solange eine Riege zwielichtiger Funktionäre das Sagen hat, die ihre gestörten Ideen durchdrückt, während Vereinsvertreter Nachteile befürchten müssen, weil sie offen ihre Meinung sagen, ist der Nährboden bereitet für Muff und Maggeleien.

Wir können und wollen auch nicht für alle reden. Aber es geht nicht um Pyrotechnik oder andere vermeintliche "Ultra-Angelegenheiten". Unsere Forderungen betreffen jeden, der den Fußball liebt. Auch DFB/DFL geht es schon lange nicht mehr um das Oberthema Sicherheit. Es geht um Macht, Geld und darum beides nicht zu verlieren, nur weil eine "kleine Minderheit" die Probleme des Fußballsports erkennt, sich formiert und dagegen protestiert.

Es juckt uns übrigens nicht im Geringsten, ob wir eine Minderheit darstellen oder nicht: Wir wissen dass wir uns auf der richtigen Seite befinden. Von dieser Position lassen wir uns nicht abbringen, nur weil die Obrigkeiten eines kranken Fußballsystems von ihren Machenschaften und eigenen Fehlern ablenken wollen!

Daher werden wir auch nicht mit den Protesten aufhören, sondern diese, weiterhin in der laufenden Saison szeneübergreifend in die Stadien tragen. Deutlich, mitunter provokativ ? vor allem jedoch in der Gewissheit, dass der deutsche Fußball unsere Argumente nicht weiter ignorieren kann.

Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und sind nach jahrelangen Repressionen erst recht gewillt dem DFB und seinen Verantwortlichen die Zähne zu zeigen. Wir sind zu weit gekommen, um aufzugeben. Dieser Wille vereint bereits zehntausende
Menschen und deren Zahl wird weiter wachsen. Denn eins darf der Fußball nie werden: Das Produkt eines Verbandes der sich mittlerweile von der Kurve so weit entfernt hat, wie der Lohnzettel des einfachen Stadiongängers von den Bezügen eines Fußballprofis.


Ultras 1.FC Köln



1.Fc Köln 2:0 Fsv Mainz 05

23.05.2017

Der letzte Spieltag in dieser Saison und das Heimspiel gegen Mainz bescherte uns die Chance auf Europa, absoluter Wahnsinn!
Wir als Gruppe haben heute für/ mit der Szene auf den Treppen hinter der Süd gegrillt. Anschließend wurde die Mannschaft gebührend am Stadion empfangen und auf den heutigen Sieg eingeschworen.
Was sollen wir groß übers Spiel oder Stimmung philosophieren, deshalb nur kurz.
Die Mannschaft lieferte von der ersten Minute weg genau das Spiel, was sich alle erhofft oder vielleicht sogar auch einige verlangt haben. Unsere rot-weißen Krieger ließen am heutigen Tage nicht einen Moment den Gedanken zu, dass wir das Spiel heute nicht gewinnen oder es eng wird, absolute Weltspitze.

Danke Jungs für das leidenschaftliche Auftreten heute, Danke Jungs für den heutigen 2:0 Sieg, Danke Jungs für die geile Saison, Danke Jungs für den Traum Europa, den wir nächstes Jahr erleben dürfen! Ihr habt euch damit nicht nur in alle Herzen gekickt, sondern auch nach 25 Jahren endlich wieder internationale Bühne nach Köln gebracht und werdet euch damit an aktueller Stelle ins Geschichtsbuch unseres glorreichen Vereins eintragen!

Zur heutigen Stimmung bleibt ebenfalls nur zu sagen, dass es der wohl mit Abstand beste Heimauftritt in dieser Saison war, vielleicht sogar der beste seit 2-3 Jahren. Von der ersten Minute an laut, sagen wir an der Stelle ruhig selbstbewusst sehr laut. Die Lieder konnten über Minuten gehalten werden und teilweise durch Aktionen der Mannschaft dann vom ganzen Stadion angefacht werden. Absolut positiv zu erwähnen ist wie gerade angedeutet, dass heute das ganze Stadion abgegangen ist, nicht nur die Süd oder S3/S4, wie es sonst oft leider der Fall ist. Heute eben ein angemessener Auftritt aller Fans in Müngersdorf, so stellen wir uns das jedes Spiel vor.
Schlussendlich wurde das Erreichen des Uefa-Pokals gebührend sowohl auf dem Platz, als auch bei einem kleinen Marsch in die Stadt und dann in der Stadt bis in die Morgenstunden gefeiert. Die ganze Stadt war gefühlt auf den Beinen und ließ die Straßen in rot und weiß erstrahlen.












Bayer 2:2 1.Fc Köln

17.05.2017

Der vorletzte Spieltag der laufenden Saison und das heutige Derby gegen die Pillen stand natürlich weiter für das Erreichen des in den letzten Wochen entstandenen Saisonziels "Europa".
Aber alles der Reihe nach. Die Derbywoche und speziell der Derbyvortag verlief, obwohl die Vorzeichen auf Grund des letzten Aufeinadertreffens eigentlich ganz gut standen, ruhig von Dannen. Die Vorgehensweise des Gegners kann man dabei als "unverständlich", "feige" oder "dumm" bezeichnen, vielleicht aber auch als "clever". Schlussendlich blieb der gewünschte "Befreiungsschlag" unsererseits jedoch aus. Auch wenn man sich nichts vorwerfen lassen muss, doch eine merklich unzufriedenstellende Situation.
Die Anreise zum heutigen Derby war eine der etwas besonderen Art. Früh traf man sich im Kölner Norden, um von dort aus per Fußweg via Leverkusener Brücke zum Stadion zu gelangen. Kam man über die Brücke und durch den anliegenden Park und sogar noch in die Anfänge der Stadt hinein, war dann jedoch leider Schluss. Die Schmier riegelte alles ab und begleitete uns von dort aus zum Stadion. Von Lev bis dahin nichts zu sehen. Als man kurze Zeit später den kleinen Fluss entlang zum Stadion schlenderte, es war ja noch genug Zeit bis zum Spielbeginn, zeigten sich die Pillen dann doch noch. So schafften es abgezählte 31 Mann doch unseren rund 500 Mann starken, von der Schmier gut bewachten Haufen auf der falschen Seite des Ufers gegenüber zu treten. Für das nächste mal wissen wir Bescheid und werden wasserfeste Angleranzüge an haben und übers Wasser laufen lernen, die geschätzt 200 Bullen überlaufen wir dann auch noch.
Wie gesagt: das Spiel der Spiele in dieser Saison, denn bei einem Sieg hätte mit großer Wahrscheinlichkeit bereits die Europaleaque gewunken. Unsere Mannschaft kam schlecht ins Spiel rein. Timo Horn musste das ein oder andere mal fest zupacken. Nach knapp einer viertel Stunde stand es dann jedoch 1:0 für uns. Jojic brachte die rund 8000 Kölner das erste mal so richtig in Extase. In der ersten Halbzeit passierte nicht mehr viel nennenswertes. Dafür began die zweite Hälfte umso spektakulärer. Klünter netzte nach einem Weltklasse Solo zum 2:0 für uns ein, absolute Weltspitze. Schien sich der ein oder andere dem Sieg schon sicher, schlugen die Aspirinlutscher doch noch zwei mal zu und das Spiel endete 2:2. Auf Grund der Spielanteile geht das Unentschieden wohl in Ordnung, dennoch natürlich unglücklich für uns nach einer Zweitore-Führung noch die drei Punkte aus der Hand zu geben.
Stimmungstechnisch kann man mit dem heutigen Auftreten sehr zufrieden sein. Nach kleinem "Weißer-Rauch-Intro" legten wir standesgemäß stark los. Zeitweise konnten innerhalb des Gästeblocks Mitmachquoten nahe der 100% verzeichnet werden und auch die umliegenden Blöcke machten merkbar gut Radau. Der Wechselgesang "Come on FC" wurde wie immer bei den Pillen laut und lange zelebriert, ein Gaumenschmauß. Nach den Toren gingen jeweils paar Bengalen an, auch dies unterstütze den heute echt guten Auftritt. Leider, vielleicht logisch oder sagen wir mal nicht unüblich, flachte die Stimmung nach dem ersten Treffer des Gegners etwas ab, ohne aber wirklich dem Tag einen Abriss zu geben. Schlussendlich schauen wir auf einen akustisch, sowie fußballerisch lauten und spannenden Fußballsamstag zurück. Dann müssen wir halt nächste Woche gegen Mainz zuhause Europa klar machen. Hatte man gehofft der Gegner rafft vielleicht, welchen Weges wir gekommen sind, verlief der Rückweg neben ein, zwei mal Schmierflaxerei ruhig ab.
Nächste Woche mit aller Macht gegen Mainz nach Europa !!!








1.Fc Köln 4:3 Sv Werder Bremen

08.05.2017

Das vorletzte Heimspiel bescherte uns die Begegnung gegen die Bremer, leider wieder am für uns schwer hinnehmbaren Freitagabend-Termin.
Das Spiel unter Flutlichtatmosphäre war eins der spannendsten Auftritte unseres geliebten Fc in dieser Saison. Ständiges Hin und Her ließ uns am Ende des Abends als verdienter Sieger hervorstehen. Ein fulminantes 4:3 lässt unsere fast begrabenen Träume von Europa weiter aufleben. Die Stimmung am heutigen Tage beschreiben wir mal als spielbezogen. In den Phasen von Führung und Heiterkeit wurde es immer wieder beachtlich laut. Kamen die Bremer wieder ran, wurde es teilweise erschreckend leise. Für uns einfach nicht erklärbar. Wen so ein Spiel nicht mitreißt und wer es nicht verstanden hat, dass uns unserer Mannschaft in schwierigen Phasen des Spiels mehr braucht als bei hoher Führung, sollte seine Rangehensweise des Stadionbesuchs stark überdenken.
Überdenken sollten auch die zuständigen Mannen rund um unseren geliebten Fc, wie man mit Fans umgeht und ob die Androhung von Stadionverboten plus Aussprechen von Existenzbedrohung durch hohe Regressforderungen für simple Spruchbänder das Mittel der Wahl sein sollte?! Die Stimmung zum Verein scheint sich wohl auf ein Tief zu zubewegen. Am Ende des Tages geht man nach einem heutigen Tage dann aber doch zufrieden ins Bett und freut sich bereits jetzt auf nächste Woche. Derby ? Pillen weghauen und den Traum von Europa weiter träumen.




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